Auto Überbrücken

Auto überbrücken – Worauf muss ich achten?

Das Auto springt meist genau dann nicht an, wenn man es am wenigsten brauchen kann – sei es direkt vor der Arbeit, vor einem wichtigen Termin oder vor Antritt einer längeren Fahrt. Erster Verdacht, der sich dann meist bestätigt: Die Batterie ist leer. Doch was tun auf die Schnelle? Anschieben funktioniert nicht immer und kann je nach Verkehrssituation zur Gefahr für Leib und Leben werden. Viel sicherer ist da natürlich, wenn Sie das Auto überbrücken. Doch Vorsicht, auch hier lauern Gefahren, wenn man nicht weiss, was genau zu tun ist. Im Folgenden haben wir ein paar Tipps für die Überbrückung gesammelt, um Probleme und Schäden zu vermeiden.

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Rot, Schwarz und nun? Das Überbrückungskabel im Überblick.

Beim Wechselstrom spielt die Polarität keine Rolle, das kenn jeder von der haushaltsüblichen Steckdose. Dort ist es völlig egal, ob Sie den Stecker in die eine oder die andere Richtung stecken. Autobatterien liefern hingegen Gleichstrom, das heisst, der positive und negative Pol muss beim Überbrücken beachtet werden, um möglicherweise teure Folgeschäden an der Batterie oder der Autoelektronik zu vermeiden. Dabei entspricht die Farbe Rot bei Überbrückungskabeln immer dem positiven Pol, Schwarz dem negativen. Bei der Autobatterie selbst ist der Pluspol meist mit einem grossen Pluszeichen markiert, mit einer roten Abdeckung versehen oder in sonstiger Weise sichtbar hervorgehoben, sodass er in der Regel sehr gut erkannt werden kann.

Auto überbrücken: So wird das Kabel richtig angeschlossen

Wie genau und in welcher Reihenfolge das Überbrückungskabel für die Starthilfe angebracht wird, entscheidet letztlich über Erfolg oder Misserfolg des Überbrückens. Denn bei falschem Ablauf kann es passieren, dass die Autobatterie, die Fahrzeugelektronik oder beide beschädigt werden. Halten Sie sich daher beim Anschluss des Überbrückungskabels an folgenden Ablauf:

  1. Beide Fahrzeuge sind aus.
  2. Schliessen Sie das rote Kabel an den Pluspol der vollen Batterie, die Starthilfe geben soll.
  3. Klemmen das andere Ende des roten Kabels an den Pluspol der leeren Batterie.
  4. Schliessen Sie das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie.
  5. Achtung: Klemmen Sie das andere Ende des schwarzen Kabels an ein Metallteil des Fahrzeugs, das Starthilfe erhält. Moderne Autos haben hierfür meist einen extra gekennzeichneten Massepunkt, an den Sie die schwarze Zange einfach anschliessen können. Ist dieser Massepunkt nicht vorhanden, suchen Sie sich eine geeignete Stelle am Motorblock oder an der Karosserie des Motorraums. Verbinden Sie das Kabel keinesfalls mit dem Minuspol der Batterie oder mit nichtleitenden Teilen aus Kunststoff.
  6. Sind alle 4 Kabelendpunkte verbunden, starten Sie das Fahrzeug mit der vollen Batterie und lassen es einen Moment laufen.
  7. Starten Sie dann das Auto mit der leeren Batterie. Es sollte jetzt ohne grössere Probleme anspringen.
  8. Entfernen Sie zuerst das schwarze Kabel beim Spenderauto, danach das schwarze Kabel beim Pannenfahrzeug, erst dann das rote Kabel am Spenderfahrzeug und zuletzt das rote Kabel am Auto, das die Starthilfe erhalten hat. Das war’s.

Unser Tipp: Schreiben Sie sich die Reihenfolge gegebenenfalls auf und legen diese in Ihr Fahrzeug. So machen Sie auch in der Aufregung eines Ernstfalls keine Fehler.

Ist die Batterie nach der Starthilfe wieder voll?

Nein, denn nach der Starthilfe muss der Ladevorgang erst noch erfolgen. Hat die Batterie zum Beispiel nur wegen einem plötzlichen Kälteeinbruch versagt und ist ansonsten noch gut in Schuss, dann reicht es normalerweise nach der Überbrückung für ungefähr eine halbe Stunde eine längere Strecke auf der Landstrasse oder Autobahn zu fahren. Ist die Batterie alt oder beschädigt, sollte sie schleunigst gegen eine neue ausgetauscht werden, sonst wird die nächste Starthilfe nicht lange auf sich warten lassen.

Kann jedes Auto Starthilfe geben?

Nein, nicht jedes beliebige Auto kann einem anderen Fahrzeug Starthilfe geben. Müssen Sie ein Auto überbrücken, achten Sie darauf, dass die Batterieleistungen ähnlich stark sind – eine ähnliche Motorisierung gibt einen Hinweis darauf. Als Anhaltspunkt sollte das Auto für die Starthilfe mindestens eine gleich starke Motorisierung aufweisen, besser noch eine etwas stärkere. Die Leistung des Motors sowie Angaben zu Spannungen finden sich in der Betriebsanleitung des Wagens. Diese zwei wichtigen Dinge sollten Sie in jedem Falle beachten:

  1. Dieselfahrzeuge benötigen mehr Strom zum Starten
    Soll die Starthilfe einem Dieselfahrzeug gegeben werden, sollte diese möglichst ebenfalls von einem Fahrzeug mit Dieselantrieb gegeben werden.
  2. Nutzen Sie für die Starthilfe niemals Fahrzeuge, die höhere Spannungen liefern
    Das Motorsteuergerät und sonstige elektrische Steuergeräte oder Instrumente im Auto können auf Spannungsspitzen sehr empfindlich reagieren und schnell Schaden nehmen. Entsprechend darf die Überbrückung beispielsweise nicht von einem LKW auf einen PKW erfolgen.
Wer haftet bei Schäden, die beim Überbrücken entstehen?

Sollten Sie Ihr Auto überbrücken oder jemand anderem Starthilfe leisten und einen Fehler dabei machen, der Schäden an Ihrem oder dem Pannenfahrzeug verursacht, handelt es sich um einen sogenannten Gefälligkeitsschaden. Für diesen werden Sie gewöhnlich nicht haftbar gemacht, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Sollten Sie sich also unsicher sein, dann greifen Sie im Zweifelsfall besser auf den Dienst einer Pannenhilfe zurück.

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